Elfriede Scholz
Wie ihr Bruder ist Elfriede Scholz eine überzeugte Gegnerin des NS-Regimes. Ihre kritische Haltung verheimlicht Elfriede Scholz nicht. Zu einer Kundin ihrer Schneiderei sagt sie, dass sie nicht an die Propaganda von einem deutschen „Endsieg” glaube und die deutschen Soldaten an der Front nur „Schlachtvieh” seien. Außerdem erklärt sie, dass sie Adolf Hitler töten würde, um den Krieg zu beenden. Ähnlich äußert sie sich auch gegenüber ihrer Vermieterin.
Im Spätsommer 1943 wird Elfriede Scholz denunziert und aufgrund der Aussagen der beiden Frauen angeklagt. Der „Volksgerichtshof” unter dem Vorsitz von Roland Freisler verurteilt sie am 29. Oktober 1943 wegen „Zersetzung der Wehrkraft” sowie „Feindbegünstigung” zum Tode. Am 13. November wird das Gnadengesuch abgelehnt.
Ein erster Hinrichtungstermin wird kurz vor der Vollstreckung überraschend abgesagt, nachdem bereits alle Vorbereitungen getroffen und Elfriede Scholz in das Strafgefängnis Berlin-Plötzensee gebracht worden ist. Sie wartet dort über eine Woche im Ungewissen über einen neuen Hinrichtungstermin, bis man sie wieder zurück in das Frauengefängnis in der Berliner Barnimstraße bringt.
Elfriede Scholz wird am 16. Dezember 1943 im Straf­gefängnis Plötzensee ermordet.
Dokumente
Anklageschrift gegen Elfriede Scholz, 15. Oktober 1943
Bundesarchiv R 3017/6700
Todesurteil des „Volksgerichtshofs” gegen Elfriede Scholz, 29. Oktober 1943
Bundesarchiv R 3017/6700
Ablehnung des Gnadengesuchs von Elfriede Scholz, 13. November 1943
Bundesarchiv R 3017/6700
Protokoll der Vollstreckung des Todesurteils gegen Elfriede Scholz, 16. Dezember 1943
Bundesarchiv R 3017/6700
Sterbeurkunde von Elfriede Scholz vom 17. Dezember 1943
Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

















