Walter Schopf

26. Februar 1922, Wien – 9. September 1943
Walter Schopf

Erkennungsdienstliches Foto von Walter Schopf, 1942

Bundesarchiv R 3017/23001

Der Sohn eines Straßen­bahners wird mit zehn Jahren Mitglied der sozialistischen Organisation „Kinderfreunde“. Er absol­viert eine kaufmännische Lehre in einer Wiener Werk­zeugfabrik und ist anschließend dort als Handels­angestellter tätig.
Nach dem „Anschluss“ lernt er im Sommer 1938 bei einem Ausflug Angehörige des illegalen Kommunisti­schen Jugendverbands Österreichs (KJVÖ) kennen. Er wird von ihnen mit Literatur versorgt und nimmt an Schulungen teil. Im Herbst 1940 übernimmt er die Leitung des Wiener Bezirks IX der KJVÖ. Walter Schopf hält Verbindung zu anderen KJV-Gruppen in Wien und Linz, verteilt Flugblätter und schult neue Mitglieder. Ab 1941 gibt der KJVÖ die illegale Zeitung „Der Soldatenrat“ heraus, die an Soldaten an der Front gerichtet ist und ein Ende des Krieges herbeizuführen sucht.
Im Frühjahr 1942 wird Walter Schopf selbst zur Wehr­macht eingezogen und kommt vier Monate später an die Ostfront, wo er im Wachdienst eingesetzt ist. Am 26. August 1942 wird er festgenommen und ins Wiener Wehrmachtsuntersuchungsgefängnis überstellt. Am 25. Mai 1943 verurteilt der „Volks­gerichts­hof“ ihn wegen „Feindbegünstigung und Vorbereitung zum kommunis­tischen Hochverrat“ zum Tode. Ende Juli 1943 wird er zu einer Zeugenbefragung ins Strafgefängnis Berlin-Plötzensee überführt.
Am 9. September 1943 wird Walter Schopf im Alter von 21 Jahren während der sogenannten Blutnächte in Berlin-Plötzensee ermordet.
Aus den Reihen des KJVÖ und der antimilitaristischen „Gruppe Soldatenrat“ werden fast dreißig junge Erwach­sene, darunter viele Frauen, in Wien und Berlin ermordet.

Dokumente

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Walter Schopf vom 25. Mai 1943

Bundesarchiv R 3017/23004

Letzer Brief von Walter Schopf an seine Eltern vom 30. August 1943, den das Strafgefängnis Plötzensee nicht verlassen hat

Bundesarchiv R 3017/23004

Sterbeurkunde von Walter Schopf vom 14. September 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

Bericht über die vom 7. bis 10. Septem­­ber 1943 im Strafgefängnis Plötzensee vollstreckten Todesurteile, 17. September 1943

Bundesarchiv R 3001/25019

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