Walter Schopf
Nach dem „Anschluss“ lernt er im Sommer 1938 bei einem Ausflug Angehörige des illegalen Kommunistischen Jugendverbands Österreichs (KJVÖ) kennen. Er wird von ihnen mit Literatur versorgt und nimmt an Schulungen teil. Im Herbst 1940 übernimmt er die Leitung des Wiener Bezirks IX der KJVÖ. Walter Schopf hält Verbindung zu anderen KJV-Gruppen in Wien und Linz, verteilt Flugblätter und schult neue Mitglieder. Ab 1941 gibt der KJVÖ die illegale Zeitung „Der Soldatenrat“ heraus, die an Soldaten an der Front gerichtet ist und ein Ende des Krieges herbeizuführen sucht.
Im Frühjahr 1942 wird Walter Schopf selbst zur Wehrmacht eingezogen und kommt vier Monate später an die Ostfront, wo er im Wachdienst eingesetzt ist. Am 26. August 1942 wird er festgenommen und ins Wiener Wehrmachtsuntersuchungsgefängnis überstellt. Am 25. Mai 1943 verurteilt der „Volksgerichtshof“ ihn wegen „Feindbegünstigung und Vorbereitung zum kommunistischen Hochverrat“ zum Tode. Ende Juli 1943 wird er zu einer Zeugenbefragung ins Strafgefängnis Berlin-Plötzensee überführt.
Am 9. September 1943 wird Walter Schopf im Alter von 21 Jahren während der sogenannten Blutnächte in Berlin-Plötzensee ermordet.
Aus den Reihen des KJVÖ und der antimilitaristischen „Gruppe Soldatenrat“ werden fast dreißig junge Erwachsene, darunter viele Frauen, in Wien und Berlin ermordet.
Dokumente
Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Walter Schopf vom 25. Mai 1943
Bundesarchiv R 3017/23004
Letzer Brief von Walter Schopf an seine Eltern vom 30. August 1943, den das Strafgefängnis Plötzensee nicht verlassen hat
Bundesarchiv R 3017/23004
Sterbeurkunde von Walter Schopf vom 14. September 1943
Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung
Bericht über die vom 7. bis 10. September 1943 im Strafgefängnis Plötzensee vollstreckten Todesurteile, 17. September 1943
Bundesarchiv R 3001/25019

























