Rudolf Schreiber

22. September 1886, Malschau (Malešov) – 1. Dezember 1942
Rudolf Schreiber gehört zur deutschen Minder­heit in der Tschecho­slowakei. Nach der Handels­schule ist er als kauf­männischer Angestellter in verschie­denen Firmen tätig, unter anderem in den Škoda-Werken in Pilsen. Er nimmt am Ersten Welt­krieg teil, gerät 1914 in russische Gefangen­schaft und kehrt 1919 in seine Heimat zurück. Von 1934 bis 1938 ist er erwerbslos, ab 1939 arbeitet er in der Devisen­stelle in Karlsbad.
1935/36 führt Rudolf Schreiber gegen Bezahlung mehrere Aufträge für den tschechischen Nach­richten­dienst durch und über­mittelt politische und wirt­schaftliche Informa­tionen aus dem Deutschen Reich sowie über Persön­lichkeiten der deutschen Volks­gruppe aus dem Sudeten­gebiet.
Nach der Annexion der Sudeten und die Besetzung der böhmischen Länder durch die Wehrmacht wird Rudolf Schreiber am 18. Juni 1941 festge­nommen, am 21. Juli 1942 vom 3. Senat des „Volks­gerichts­hofs” wegen „Landes­verrats” zum Tode verur­teilt und am 1. Dezember 1942 im Strafge­fängnis Berlin-Plötzen­see ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte des Strafgefängnisses Plötzensee von Rudolf Schreiber

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Anklage des „Volksgerichtshofs” gegen Rudolf Schreiber vom 14. Mai 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-219-1

Sterbeurkunde von Rudolf Schreiber vom 2. Dezember 1942

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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