Gottfried Schubert

24. April 1900, Lindenhardt – 20. Oktober 1942
Gottfried Schubert

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Gottfried Schubert, 1941

Bundesarchiv R 3017/6773

Gottfried Schubert macht eine Ausbil­dung zum Elektro­ingenieur. Im Alter von 19 Jahren wird er in Nürn­berg Mitglied einer „völki­schen Splitter­gruppe der nationalen Vereini­gung zum Wieder­aufbau Deutschlands“, dem späteren „Baye­rischen Treubund“. Er ist außerdem für ein halbes Jahr Mitglied im „Frei­korps Epp“.
Ab 1926 ist er bei der Reichs­post tätig, bis er im Frühjahr 1933 auf Grund­lage des „Gesetzes zur Wieder­herstel­lung des Berufs­beamten­tums“ entlassen wird. Anschlie­ßend betreibt Gottfried Schubert in Nürn­berg ein Rechts­bera­tungs- und Treu­handbüro, welches er jedoch aus politischen Gründen schließen muss. Zuletzt arbeitet er als Telegrafen­oberbau­führer in Koblenz.
Da seine Bemühun­gen um einen Auslands­pass vergebens sind, übertritt er im Mai 1937 illegal die Schweizer Gren­ze. Dort wird er verhaf­tet und anschlie­ßend nach Frank­reich abgeschoben. In Paris beantragt er im November 1937 und im März 1938 beim deutschen Konsulat einen Pass. Da die Anträge abge­lehnt werden und ein Ausbür­gerungs­verfahren einge­leitet wird, verliert Schubert im Oktober 1939 die deutsche Reichsan­gehörig­keit.
Der nun als staaten­los geltende Ingenieur wird Ende September 1940 festge­nommen und wegen „hoch­ver­räterischen Unter­nehmens“ angeklagt. Ihm wird vorge­worfen, sich in Paris marxis­tisch betätigt, Bezie­hungen zum französi­schen Kriegs­ministerium unter­halten und die „Schwarze Front“ unter­stützt zu haben.
Der 5. Senat des „Volks­gerichts­hofs“ verurteilt Gottfried Schubert am 31. August 1942 wegen „Feindbe­günstigung und hoch­verräte­rischer Verbin­dung einer auslän­dischen Regierung“ zum Tode.
Er wird am 20. Oktober 1942 in der Straf­anstalt Plöt­zensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Gottfried Schubert

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Anklage des „Volksgerichtshofs“ gegen Gottfried Schubert, 18. Mai 1942

Bundesarchiv R 3017/6773

Tenor des Todesurteils des „Volks­gerichtshofs“ gegen Gottfried Schubert, 31. August 1942

Bundesarchiv R 3017/6773

Bekanntmachung der Hinrichtung von Gottfried Schubert, 20. Oktober 1942

Bundesarchiv R 3017/6773

Sterbeurkunde von Gottfried Schubert vom 21. Oktober 1942

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

zurück