Jakob Schuch

20. April 1913, Nierstein – 24. September 1942
Jakob Schuch

Porträt von Jakob Schuch

Publikation Verfolgung und Widerstand in Rheinland-Pfalz 1933-1945, Bd. 1, Gedenkstätte Osthofen - Ausstellungskatalog, Hrsg. von der Landeszentrale für politische Bildung, Mainz 2008, S. 142 f.

Jakob Schuch wächst in Nier­stein in Rhein­hessen auf, sein Vater ist ein führendes Mitglied der SPD sowie Mitglied des Reichs­banners Schwarz-Rot-Gold. 1924 unter­nimmt die Familie den Versuch, nach Brasilien auszu­wandern, kehrt jedoch nach zwei Jahren wieder zurück. Jakob Schuch absol­viert eine Lehre zum Auto­schlosser.
Ab 1934 hält er sich in Straßburg auf und arbeitet als Rhein­schiffer. Er wird vom franzö­sischen Nach­richten­dienst angeworben und gewinnt zudem seinen bei einem Nach­richtenzug in Königs­brück bei Dresden statio­nierten Cousin Walter Hertwig für die Mitarbeit. Gemeinsam liefern sie von Februar bis Juli 1938 Informa­tionen über den Truppen­verband. Im November 1938 tritt Jakob Schuch in die franzö­sischen Fremden­legion ein. Nach der militä­rischen Nieder­lage Frankreichs 1940 wird er Anfang Juli 1941 von der SS zurück nach Deutschland gebracht und am 3. Juli 1941 in das SS-Sonder­lager/KZ Hin­zert interniert.
Er wird am 24. Juli 1942 vom „Volks­gerichts­hof“ wegen „Lan­des­verrats“ zum Tode verurteilt. Genau zwei Monate später, am 24. September 1942, wird Jakob Schuch im Straf­gefängnis Plötzen­see ermordet. Walter Hertwig wurde bereits am 3. März 1939 vom Reichs­kriegsgericht zum Tode verur­teilt und am 19. April 1939 in Plötzensee ermordet.
Jakob Schuchs Vater, dessen Vorname ebenfalls Jakob ist, wird kurz vor Kriegs­ende, am 21. März 1945, auf der seinem Heimat­ort gegen­über­liegenden Rheinseite mit fünf anderen NS-Gegnern – er war 1935/35 im KZ Dachau inhaf­tiert gewesen – von einem SS-Sonder­kom­man­do ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Jakob Schuch

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Anklageschrift des „Volksgerichtshofs“ gegen Jakob Schuch vom 21. April 1941

Bundesarchiv R 3017/14581

Urteilstenor des „Volksgerichtshofs” gegen Jakob Schuch vom 24. Juli 1942

Bundesarchiv R 3018/14163

Anordnung des Reichsjustizministers zur Urteilsvollstreckung gegen Jakob Schuch vom 17. September 1942

Bundesarchiv R 3018/14163

Sterbeurkunde von Jakob Schuch vom 24. September 1942

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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