Wilhelm Schürmann-Horster
Seit 1937 ist er freier Mitarbeiter bei Filmgesellschaften und ab November 1941 als Regisseur und Dramaturg am Grenzlandtheater in Konstanz tätig. Bei einem Kostümfest der Akademie der bildenden Künste in Berlin lernt er 1938 den Bildhauer Cay von Brockdorff und dessen Frau Erika kennen.
Daraus entsteht ein Gesprächskreis, dem Jutta und Viktor Dubinsky, die Bildhauerin Ruthild Hahne, die Tänzerin Hanna Berger, der Architekt Friedrich Schauer, ab 1939 die Arbeiter Karl Böhme, Hans Coppi, Wolfgang Thiess und ab Mitte 1941 Herbert Grasse und Eugen Neutert angehören.
1940 wird eine Gruppenstruktur geschaffen, die Schulungen, einen regelmäßigen Austausch von Informationen und eine Verbindung zu Zellen des Widerstands in Betrieben ermöglichen soll. Illegale Schriften werden hergestellt und weitergegeben. Schürmann-Horster gehört mit seiner Gruppe zum Umkreis der Widerstandsorganisation Rote Kapelle.
Am 29. Oktober 1942 wird Wilhelm Schürmann-Horster in Konstanz festgenommen. Er wird am 21. August 1943 vom „Volksgerichtshof” gemeinsam mit Eugen Neutert und Wolfgang Thiess zum Tode verurteilt. Die drei Männer werden, obwohl ihre Gnadenverfahren noch nicht abgeschlossen sind, in der Nacht vom 9. auf den 10. September 1943 im Strafgefängnis Plötzensee erhängt.
Klara Schürmann-Horster der noch am 2. September die Möglichkeit zur Einreichung weiterer Gnadengesuche sowie eine Besuchserlaubnis in Aussicht gestellt worden ist, erfährt durch den Pfarrer des Strafgefängnisses Plötzensee von der Ermordung ihres Ehemanns. Ihre Bitte, seinen Leichnam zur Bestattung freizugeben, wird abgelehnt.
Dokumente
Anklageschrift des „Volksgerichtshofs” gegen Wilhelm Schürmann-Horster und andere, 19. Mai 1943
Bundesarchiv R 3018/2
Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Wilhelm Schürmann-Horster und andere, 21. August 1943
Bundesarchiv R 3018/2
Mitteilung über die Hinrichtung von Wilhelm Schürmann-Horster vom 9. September 1943
Bundesarchiv R 3018/2
Sterbeurkunde Wilhelm Schürmann-Horster vom 14. September 1943
Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung
Bericht über die vom 7. bis 10. September 1943 im Strafgefängnis Plötzensee vollstreckten Todesurteile, 17. September 1943
Bundesarchiv R 3001/25019







































































