Wilhelm Schürmann-Horster

21. Juni 1900, Köln – 9. September 1943
Wilhelm Schürmann-Horster

Wilhelm Schürmann-Horster

Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Wilhelm Schürmann-Horster kehrt als Kriegsgegner aus dem Ersten Weltkrieg zurück und schließt sich 1923 der KPD an. Bis 1933 arbeitet er als Schauspieler an Theatern in Hagen, Mülheim an der Ruhr, Godesberg und in Düs­seldorf. 1934 wegen illegaler Tätigkeit für die KPD fest­genommen, wird Schürmann-Horster vom Oberlandes­gericht Hamm jedoch aus Mangel an Beweisen frei­gesprochen.
Seit 1937 ist er freier Mitarbeiter bei Filmgesellschaften und ab November 1941 als Regisseur und Dramaturg am Grenzlandtheater in Konstanz tätig. Bei einem Kostüm­fest der Akademie der bildenden Künste in Berlin lernt er 1938 den Bildhauer Cay von Brockdorff und dessen Frau Erika kennen.
Daraus entsteht ein Gesprächskreis, dem Jutta und Viktor Dubinsky, die Bildhauerin Ruthild Hahne, die Tänzerin Hanna Berger, der Architekt Friedrich Schauer, ab 1939 die Arbeiter Karl Böhme, Hans Coppi, Wolfgang Thiess und ab Mitte 1941 Herbert Grasse und Eugen Neutert angehören.
1940 wird eine Gruppenstruktur geschaffen, die Schu­lungen, einen regelmäßigen Austausch von Informatio­nen und eine Verbindung zu Zellen des Widerstands in Betrieben ermöglichen soll. Illegale Schriften werden hergestellt und weitergegeben. Schürmann-Horster gehört mit seiner Gruppe zum Umkreis der Wider­standsorganisation Rote Kapelle.
Am 29. Oktober 1942 wird Wilhelm Schürmann-Horster in Konstanz festgenommen. Er wird am 21. August 1943 vom „Volksgerichtshof” gemeinsam mit Eugen Neutert und Wolfgang Thiess zum Tode verurteilt. Die drei Männer werden, obwohl ihre Gnadenverfahren noch nicht abgeschlossen sind, in der Nacht vom 9. auf den 10. September 1943 im Strafgefängnis Plötzensee erhängt.
Klara Schürmann-Horster der noch am 2. September die Möglichkeit zur Einreichung weiterer Gnadengesuche sowie eine Besuchserlaubnis in Aussicht gestellt worden ist, erfährt durch den Pfarrer des Strafgefängnisses Plötzensee von der Ermordung ihres Ehemanns. Ihre Bitte, seinen Leichnam zur Bestattung freizugeben, wird abgelehnt.

Dokumente

Anklageschrift des „Volksgerichtshofs” gegen Wilhelm Schürmann-Horster und andere, 19. Mai 1943

Bundesarchiv R 3018/2

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Wilhelm Schürmann-Horster und andere, 21. August 1943

Bundesarchiv R 3018/2

Mitteilung über die Hinrichtung von Wilhelm Schürmann-Horster vom 9. September 1943

Bundesarchiv R 3018/2

Sterbeurkunde Wilhelm Schürmann-Horster vom 14. September 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

Bericht über die vom 7. bis 10. Septem­­ber 1943 im Strafgefängnis Plötzensee vollstreckten Todesurteile, 17. September 1943

Bundesarchiv R 3001/25019

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