Anna Schwitzer

8. Januar 1897, Lubenz (Lubenec) – 15. Juni 1938
Anna Schwitzer versorgt nach dem Besuch der Volks­schule für mehrere Jahre den Haus­halt ihrer Eltern in Lubenz und arbeitet zwischen 1916 und 1927 zunächst als Gehilfin, später als Beamtin in verschie­denen Post­ämtern in der Tschecho­slowakei.
Mit ihrem ersten Ehe­mann, einem „Reichs­deutschen”, zieht sie 1930 nach Leipzig und wird durch die Heirat deutsche Staats­bürgerin. Nachdem ihr Mann verstirbt, lebt sie von Für­sorge­unter­stützung bis sie Ende 1934 ihren zweiten Ehemann Georg Schwitzer kennen­lernt und mit ihm in die Tschecho­slowakei reist.
Das Ehepaar wird am 7. Februar 1937 festge­nommen und gemein­sam ange­klagt. Ihnen wird vorge­worfen, im Dezember 1934 Kontakt zu einem tschecho­slowa­kischen Nach­richten­offizier aufge­nommen und „Staats­ge­heim­nisse“ an ihn verraten zu haben. Der 4. Senat des „Volks­gerichtshofs“ verurteilt Anna und Georg Schwitzer am 16. November 1937 wegen „gemein­schaftlich fortge­setzten Verbrechens des Landes­verrats“ zum Tode.
Anna und Georg Schwitzer werden am 15. Juni 1938 in der Strafan­stalt Plötzensee ermordet.

Dokumente

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Anna und Georg Schwitzer vom 16. November 1937

Bundesarchiv R 3018/14214

Gesuch des Präsidenten des „Volksgerichtshofs” Otto Thierack um beschleunigte Vollstreckung des Todesurteils gegen Anna und Georg Schwitzer und andere, 13. Juni 1938

Bundesarchiv R 22/5011

Rechnung für Druck der Plakate mit Bekanntmachung der Hinrichtung von Anna und Georg Schwitzer, 18. Juni 1938

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-48-6

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