Georg Schwitzer

1. August 1903, Hannover – 15. Juni 1938
Georg Schwitzer absolviert nach seinem Schulabschluss auf einer sonderpädagogischen Anstaltsschule der Pestalozzistiftung in Großburgwedel eine Lehre als Gärtner. Er begeht dort einen Diebstahl und bricht die Lehre ab. Als er die Strafe dafür erhält, wird er zurück in die Einrichtung gebracht, wo er Garten­arbeiten ver­richten muss.
1923 verlässt er die Anstalt heimlich und geht nach Hannover. Um nicht erkannt zu werden, gibt er sich verschiedene falsche Namen und arbeitet bei Kaufleuten im Büro und als Laufbursche. Zwischen 1929 und 1934 wird er wiederholt wegen Eigentumsdelikten verurteilt. 1934 lernt er seine spätere Ehefrau Anna kennen und reist mit ihr in die Tschechoslowakei.
Das Ehepaar wird am 7. Februar 1937 festgenommen und gemeinsam angeklagt. Ihnen wird vorgeworfen, im Dezember 1934 Kontakt zu einem tschechoslowakischen Nachrichtenoffizier aufgenommen und „Staats­ge­heim­nisse" an ihn verraten zu haben. Der 4. Senat des „Volks­gerichtshofs“ verurteilt Anna und Georg Schwitzer am 16. November 1937 wegen „gemein­schaftlich fortge­setzten Verbrechens des Landesverrats“ zum Tode.
Georg und Anna Schwitzer werden am 15. Juni 1938 in der Strafanstalt Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Georg Schwitzer

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Anna und Georg Schwitzer vom 16. November 1937

Bundesarchiv R 3018/14214

Nachfrage von Georg Schwitzer nach Verbleib seiner Frau Anna und dem Todesurteil während der Haft, 3. Januar 1938

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-48-6

Gesuch des Präsidenten des „Volksgerichtshofs” Otto Thierack um beschleunigte Vollstreckung des Todesurteils gegen Georg Schwitzer und andere, 13. Juni 1938

Bundesarchiv R 22/5011

Rechnung für Druck der Plakate mit Bekanntmachung der Hinrichtung von Anna und Georg Schwitzer, 18. Juni 1938

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-48-6

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