Hermann Seebach

22. Dezember 1889, Braunschweig – 3. Dezember 1942
Hermann Seebach

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Hermann Seebach

Bundesarchiv R 3017/34391

Hermann Seebach absolviert nach dem Besuch der Mittel­schule eine Lehre als Maschinen­bauer und arbeitet als Geselle in verschie­denen deutschen Städten. Zwischen 1914 und 1917 nimmt er am Ersten Welt­krieg teil. Bis zu seiner Fest­nahme ist Hermann Seebach bei der Lübecker Maschinen­baugesell­schaft tätig.
Bereits vor dem Ersten Welt­krieg ist er gewerk­schaftlich im Deut­schen Metall­arbeiter-Verband orga­nisiert. 1919 gehört er kurz­zeitig der KPD an, engagiert sich ab 1920 aber vor allem als Obmann in der SPD-nahen Gemein­nützigen Siedlungs­genossen­schaft Lübeck, deren Aufsichts­rat er bis 1933 angehört.
Hermann Seebach lehnt den National­sozia­lismus entschieden ab und macht seine Haltung in Gesprä­chen mit Kollegen auch nach 1933 deutlich. Wiederholt be­kundet er seine Sympathien für die illegale KPD und zweifelt die Berichte über deutsche Kriegs­erfolge an.
Wegen seiner regime­kritischen Äuße­rungen wird er am 25. Juni 1942 festge­nommen und in das Gefängnis Lübeck-Lauer­hof gebracht. Gegenüber seinen Mitge­fangenen äußert er auch hier seine Hoffnung auf ein baldiges Ende der national­sozia­listischen Herrschaft.
Der Oberreichs­anwalt beim „Volks­gerichtshof“ erhebt am 10. August 1943 Anklage gegen Hermann Seebach. Der 2. Senat des „Volks­gerichtshofs“ verurteilt den Vater von fünf Kindern am 5. Oktober 1942 wegen „landesver­räte­rischer Begüns­tigung des Feindes“ und „Vorbe­reitung zum Hoch­verrat“ zum Tode. Sein Antrag auf Wieder­auf­nahme des Verfahrens wird am 2. Dezember 1942 ab­gelehnt.
Hermann Seebach wird am folgenden Tag in der Straf­anstalt Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Hermann Seebach

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Hermann Seebach, 5. Oktober 1942

Bundesarchiv R 3017/34391

Ablehnung eines Gnadenerweises für Hermann Seebach durch den Reichs­minister für Justiz, 24. November 1942

Bundesarchiv R 3017/34391

Ablehnung des Antrages von Hermann Seebach auf Wiederaufnahme des Verfahrens gegen ihn, 2. Dezember 1942

Bundesarchiv R 3018/3585

Bekanntmachung der Hinrichtung von Hermann Seebach, 12. Dezember 1942. Auf Anweisung des Reichsministers für Justiz wird die Hinrichtung von Hermann Seebach nur an seinem ehemaligen Arbeitsplatz bekannt­gegeben.

Bundesarchiv R 3017/34391

zurück