Walter Seehafer

20. Januar 1916, Berlin – 27. Januar 1944
Walter Seehafer wächst in einem Waisen­haus und bei einer Pflege­mutter auf, mit 12 Jahren kommt er nach Dieb­stählen in Fürsorge­erziehung und drei Jahre später in eine Buch­binder­lehre in der Erziehungs­anstalt in Berlin-Lichten­berg. Nach deren Auf­lösung 1935 kommt er zu einem Land­wirt und wird erstmals straf­fällig, indem er ein Fahrrad unter­schlägt.
Walter Seehafer geht verschie­denen Arbeiten in Berlin nach. Wegen Eigen­tums­delikten verbüßt er mehrere kurze Haft­strafen. Im Juni 1943 wird er zum Wehr­dienst einge­zogen und Ende September 1943 in die Wehr­macht­haft­anstalt Frank­furt/Oder einge­liefert.
Weil er vor der Einbe­rufung Lebens­mittel-, Raucher- und Kleider­karten erschwindelt hat, wird das von einem Militär­gericht gegen Walter Seehafer einge­leitete Verfahren an den General­staats­anwalt bei dem Land­gericht Berlin abgegeben. Gemäß einer Verfügung des Reichs­justiz­ministers von 1941 sollen „Kriegs­wirtschafts­verbrechen” schwerst bestraft werden.
Walter Seehafer wird am 10. Dezember 1943 vom Sonder­gericht VI bei dem Land­gericht Berlin auf Grund­lage der „Volks­schädlings­verord­nung“ zum Tode verurteilt und am 27. Januar 1944 im Strafge­fängnis Berlin-Plötzen­see ermordet.

Dokumente

Sterbeurkunde von Walter Seehafer vom 28. Januar 1944

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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