Leopold Segall

19. September 1905, Wien – 28. April 1943
Leopold Segall

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Leopold Segall

Bundesarchiv R 3017/17233

Leopold Segall wird am 19. September 1905 als Sohn eines jüdischen Kaufmanns und einer nicht-jüdischen Mutter in Wien geboren. Nach dem Besuch der Real­schule erlernt er den Beruf des Kaufmanns, ist erst als kauf­männischer Angestellter und Buch­halter, zuletzt als Geschäfts­führer tätig.
Segall gehört zwischen 1931 bis zu deren Verbot 1934 der Sozial­demokra­tischen Arbeiter­partei Österreichs an und ist auch in der Sozial­demokratischen Gewerk­schaft organisiert. Im September 1940 wird er zur Wehr­macht eingezogen und kurze Zeit später zum Zollgrenz­schutz versetzt.
Im Juli 1942 bittet ihn sein Bekannter August Luka, der in einem Rüstungs­betrieb arbeitet, ein kommu­nistisches Flugb­latt zu verviel­fältigen. Es ruft zur Sabotage von „Hitlers Kriegs­maschinen” und langsameren Arbeiten auf. Segall stellt mit einer Schreib­maschine sechs Abschriften her, die Luka in seinem Betrieb verteilt.
Wegen dieser Betätigung werden beide Männer am 16. Fe­bruar 1943 vom 5. Senat des „Volks­gerichtshofs” wegen „Vorbe­reitung zum erschwertem Hoch­verrat” zum Tode verurteilt.
Leopold Segall wird am 28. April 1943 im Straf­gefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Erkennungsdienstliche Erfassung von Leopold Segall

Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW), Wien

Anklage des „Volksgerichtshofs“ gegen Leopold Segall und August Luka vom 31. Oktober 1942

Bundesarchiv R 3017/25720

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Leopold Segall und August Luka vom 16. Februar 1943

Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW), Wien

Sterbeurkunde von Leopold Segall vom 29. April 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

Bekanntmachung der Vollstreckung des Urteils gegen Leopold Segall und August Luka

Bundesarchiv R 3017/25720

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