Josef Ševcík

10. Februar 1912, Olschowetz (Olšovec) – 25. Juni 1943
Josef Ševcík

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Josef Ševcík, 1942

Bundesarchiv R 3017/14769

Josef Ševcík erlernt nach der Schule das Schneider­hand­werk und arbeitet als Geselle. Nach der Zerschlagung der Tschecho­slowakei durch das Deutsche Reich und Errich­tung des „Protek­torats Böhmen und Mähren” liegt das Dorf Predbošáčka, in dem er mit seiner Frau lebt, vier Kilometer von der Grenze zum „Protek­torat” entfernt auf slowa­kischem Gebiet.
Von 1939 bis Februar 1940 verhilft er in ewa sieben Fällen vor allem jüdischen Familien sowie Tschechen im wehrfähigen Alter zur Flucht aus dem „Protek­torat” nach Nové Mesto nad Váhom (Neustadt an der Waag) in der Slowakei. Die Männer wollen sich der Tschechi­schen Legion im Ausland anschließen. Josef Ševcík erhält hierfür insgesamt 350 Kronen. Er gibt an, aus der Not heraus gehan­delt zu haben, weil er zu dieser Zeit ohne Beschäftigung gewesen sei.
Josef Ševcík wird im Herbst 1942 festge­nommen und am 29. März 1943 vom „Volks­gerichtshof” wegen „Feindbe­güns­tigung” zum Tode verurteilt. Er wird am 25. Juni 1943 im Straf­gefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.
Der Mitange­klagte Zikmund Weiss, der ebenfalls Flucht­hilfe für jüdische Menschen aus Uherský Brod (Ungarisch Brod) geleistet hat und selbst jüdischer Herkunft ist, wird freige­sprochen. Er kommt wenige Tage später, am 5. Mai 1943 in Uherský Brod unter unbe­kannten Umständen ums Leben.

Dokumente

Aufnahmekarte des Strafgefängnisses Plötzensee für Josef Ševcík vom 30. März 1943

Bundesarchiv R 3017/14769

Urteilstenor des „Volksgerichtshofs” gegen Josef Ševcík und Zikmund Weiß vom 29. März 1943

Bundesarchiv R 3017/14769

Bescheid des Strafgefängnisses Plötzensee über die Hinrichtung von Josef Ševcík vom 25. Juni 1943

Bundesarchiv R 3017/14769

Sterbeurkunde von Josef Ševcík vom 26. Juni 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

Kopie der Sterbeurkunde von Zikmund Weiss

ITS Digital Archive, Arolsen Archives

zurück