Alfred Seydel

30. Dezember 1875, Andreasthal (Andrzejów/Lubliniec) – 5. April 1943
Alfred Seydel

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Alfred Seydel, 1942

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep. 12 C Berlin II, Nr. 2408/1

Alfred Seydel ist nach einer kauf­männischen Lehre beim Berliner Magistrat als Büro­gehilfe tätig und nimmt von 1915 bis 1918 am Ersten Welt­krieg teil.
Ihm werden „Unzuchts­hand­lungen” mit zwei Heran­wach­senden in den Jahren 1941 und 1942 zur Last gelegt. Laut Aussage seiner Haus­eigen­tümerin hätten diese sich ihm „geradezu aufgedrängt” und sie sollen ihn auch bestohlen haben.
Er wird am am 23. Juli 1942 festge­nommen und vom Sonder­gericht I bei dem Land­gericht Berlin am 26. Februar 1943 auf Basis der kurz nach Kriegs­beginn er­lassenen „Volks­schädlings­verord­nung” als „gefährlicher Gewohn­heits­verbrecher” zum Tode verur­teilt. Aus dem Reichs­justiz­minis­terium war zuvor die Anweisung gekommen, bereits in der Anklage die Todes­strafe zu bean­tragen. Alfred Seydel wird am 5. April 1943 im Strafge­fängnis Berlin-Plötzen­see ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Alfred Seydel

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep. 12 C Berlin II, Nr. 2408

Anweisung des Reichsjustizministers zur Anklageerhebung im Fall Alfred Seydel vom 29. Januar 1943

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 2408/1

Tenor des Todesurteils des Sondergerichts I bei dem Landgericht Berlin gegen Alfred Seydel vom 26. Februar 1943

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep. 12 C Berlin II, Nr. 2408

Sterbeurkunde von Alfred Seydel vom 6. April 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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