František Šimer

20. April 1899, Prag – 8. September 1943
František Šimer

Erkennungsdienstliche Aufnahme von František Šimer, 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-314-16

František Šimer arbeitet nach seinem Medizinstudium ab 1925 als klinischer Assis­tent am Universitätsklinikum Bratislava, wo er sich zum Internisten weiterbildet und einen Lehrauf­trag hat. Ab Juli 1939 ist er als leitender Arzt der Inneren Abteilung im Städtischen Krankenhaus in Pilsen tätig. Bis 1925 leistet er seinen Militär­dienst in der Tschechoslo­wakischen Armee, aus der er als Leutnant entlassen wird.
Nach der Besetzung der böhmischen Länder durch die Wehrmacht und Errichtung des „Protektorats Böhmen und Mähren” gewährt er ab Juni 1941 mehreren von der Festnahme durch die Gestapo bedrohten Mitgliedern der tschechischen Widerstandsbewegung unter falschen Namen Aufnahme im Krankenhaus.
Am 11. März 1943 verurteilt der „Volksgerichts­hof” ihn deshalb zu­sammen mit Vilém Hlinka und Karel Hradecký zu langjährigen Zuchthausstrafen. Nach einem im Juli 1943 erfolgten außerordentlichen Einspruch des „Ober­reichsanwalts des Volksgerichts­hofs” werden die drei Mediziner am 4. August 1943 unter Vorsitz von Roland Freisler zum Tode verurteilt.
Die drei Internisten wer­den in der Nacht zum 8. Sep­tember 1943 während der sogenannten Blutnächte im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Anklageschrift des „Volksge­richtshofs” gegen František Šimer und andere aus dem Dezember 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-314-19

Zweites Urteil des „Volksge­richtshofs” gegen František Šimer und andere vom 4. August 1943

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-314-10

Gnadengesuch von Božena Šimer für ihren Stiefsohn František Šimer vom 20. August 1943

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-314-16

Sterbeurkunde von František Šimer vom 15. September 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

Bericht über die vom 7. bis 10. Septem­ber 1943 im Strafgefängnis Plötzensee vollstreckten Todesurteile, 17. September 1943

Bundesarchiv R 3001/25019

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