Ivo Souhrada


Erkennungsdienstliche Aufnahme von Ivo Souhrada, 1940
Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-264-13
Nach der Besetzung der böhmischen Länder durch die Wehrmacht wird er im August 1939 von dem Stabskapitän a. D. Sachr für die im Entstehen begriffenen Militärorganisation Obrana Národa (ON – Verteidigung der Nation) geworben, die den bewaffneten Aufstand plant. Ivo Souhrada soll bei dem geplanten Umsturz mit einer Gruppe das Elektrizitätswerk besetzen. Er gewinnt zwei weitere im Werk angestellte Reserveoffiziere für die Widerstandsorganisation.
Am 22. Juni 1942 verurteilt der „Volksgerichtshof” Ivo Souhrada zusammen mit Václav Valášek und Josef Hozman wegen „Vorbereitung zum Hochverrat und landesverräterischer Feindbegünstigung” zum Tode. Alle drei Männer werden am 24. September 1942 in Plötzensee ermordet.
Dokumente
Gefangenenkarte des Strafgefängnisses Plötzensee von Ivo Souhrada
Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei
Anklage des „Volksgerichtshofs” gegen Josef Hozman und andere vom 17. Dezember 1941
Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-264-1
Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Josef Hozman und andere vom 22. Juni 1942
Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-264-2
Betrifft: Gnadengesuch für Ivo Souhrada.
Eure Excellenz!
Mein Gemahl Ivo Souhrada wurde durch das Urteil des Volksgerichtshofes in Berlin am 23. Juni 1942 zum Tode verurteilt.
Die Tat, welche meinem verurteilten Manne zur Last gelegt wird und die Begründung des Urteiles sind mir unbekannt. Ich zweifle überhaupt nicht an der Richtigkeit des Urteiles, aber ich halte es als Gattin des Verurteilten für meine Pflicht ein Gnadengesuch einzureichen, das ich folgendermassen begründe:
Mein Mann wurde am 10. Juli 1910 in Prag geboren, studierte ausschliesslich an deutschen Schulen in Prag und zwar sowohl an der Volks- und Realschule, als auch an der technischen Hochschule.
Er war tschechoslowakischer Reserveoffizier und seit Feber 1938 lebt er in einer Ehe mit mir. Diese blieb ohne unseren Verschulden kinderlos, obzwar wir uns Kinder gewünscht hätten. Mein Mann, der teilweise deutsche Verwandten hat und ausschliesslich an deutschen Schulen studiert hat, war insofern ich informiert bin immer deutsfreundlich gesinnt, er war zurzeit der Republik weder politisch
tätig noch Sokol oder Freimaurer und ich kann mir als seine Gattin überhaupt nicht erklären, was ihm im Widerspruch zu seiner ganzen früheren Lebenslaufbahn zu der ihn zur Last gelegten Tat veranlasst hat. Obzwar mir seine Tat gänzlich unbekannt ist kann ich mir die Sache nur derart erklären, dass er sich nur durch unverantwortliche Elemente verführen liess. Ich weiss, dass diese Erklärung nicht die verübte Tat entschuldigt, aber ich bin ehrlich überzeugt, dass er eines Gnadenaktes würdig ist und dass falls ihm die Todesstrafe in eine Freiheitsstrafe verändert wäre, er sich dieser Gnade würdig erweisen möchte.
Als die ihn liebende Gattin erhabe ich deshalb dieses Gesuch und ich bitte ergebenst um eine Gnade für meinen Mann und ich versichere Sie, Unserer Führer, dass ich für so einen Gnadenakt bis zum meinen Tode sowohl Eurer Excellenz als auch dem Grossdeutschen Reiche treu und verbunden bleiben werde und dass ich alles unternehmen werde um sich dieses Gnadenaktes würdig zu erweisen.
Anna Souhradová,
Prag XIII.,
Hutmachergasse Nr. 2.
Prag, den 26. Juni 1942
Gnadengesuch von Anna Souhradová für ihren Ehemann vom 26. Juni 1942
Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-264-12
Mitteilung über die Hinrichtung von Ivo Souhrada, 24. September 1942
Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-264-13



























































