Karl Speckmaier

26. August 1897, Reisbach-Straßschneid – 22. Dezember 1939
Karl Speckmaier

Karl Speckmaier

Jehovas Zeugen, Archiv Zentraleuropa

Der mit seiner Frau Monika im oberbayerischen Peiting lebende Karl Speckmaier gehört der Glaubens­gemein­schaft der Zeugen Jehovas an. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wird er zur Wehrmacht einberufen und verweigert aus religiösen Gründen den Militärdienst.
Bereits kurz vor dem deutschen Überfall auf Polen ist am 26. August 1939 die „Kriegssonderstrafrechts­verordnung” in Kraft getreten, nach der die Verweigerung des Militär­dienstes als „Zersetzung der Wehrkraft” geahndet und mit dem Tode bestraft werden kann.
Karl Speckmaier wird festgenommen und am 13. Oktober 1939 erhebt der Oberreichskriegsanwalt Anklage gegen ihn. Er wird am 6. Dezember vom Reichskriegsgericht in Berlin zum Tode verurteilt und am 22. Dezember 1939 im Strafgefängnis Plötzensee gemeinsam mit fünf weiteren Zeugen Jehovas, die den Dienst an der Waffe verweigert haben, ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Karl Speckmaier

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Berlin Plötzensee, 21.12. 39.
Speckmaier Karl


Meine herzlich gelb. Mari!
Nun will ich Dir zum Abschluß meines Lebens noch einige Zeilen schreiben und Dir lb. Mari mitteilen, daß ich am 22.12. früh um 550 hingerichtet werde. Jetzt ist es so weit wie bei unserem Herrn alles machts. Ja meine herzlich geliebte gute Mari tröste Dich nur es ist ja doch keine Ruhe im jetzigen Leben, und ist die Erhöhung von allem Leiden in dieser Welt. Es wird nicht lange dauern wo wir uns Wiedersehn am großen Auferstehungstag und erwarten i[h]n schon am kommenden Frühjahr ich bin der Überzeugung lb. Mari dann wird uns nichts mehr trennen von der Freude des Herrn in der wir dann Leben.


Liebe Mari ich weis es, daß es für Dich schwer ist aber es hilft nichts und der Herr wird Dir beistehen in Deinem Leben alles andere weißt ja selbst schreiben darf ich es nicht wie ich will, wenn ich mit Dir Reden könnte. Es ist freilich schwer wenn ich an Dich und die lb. Kinder denke, aber die Liebe zum Herrn der uns Leben gab in dieser Welt ist größer.
Sage den lb. Kindern noch einen schönen Gruß und viele Busi von ihrem Papa sonst verstehen sie ja doch nichts. Es ist eine gewisse Trauer die aber bald in Freude verwandelt werden wird lb. Mari und so lege ich alles in die Hände Gottes und wenn es möglich ist, werde ich Deinen Wunsch erfüllen lb. Mari.
Nun will ich schließen lb. Mari und Dich mit den lb. Kindern recht herzlich


grüßen und Küssen sowie an alle die mich kennen noch viele Grüße und der Herr sei mit Dir bis wir uns Wiedersehn lb. Mari Dein Karl
Liebe Mari kannst es ja Du noch meinen Geschwistern schreiben den Ludwig. und lasse Sie grüßen.
Geld habe ich noch 3.90 M und drei Briefmarken in den Kuwerden im Briefblock sonst alles im Koffer.


Abschiedsbrief von Karl Speckmaier, 21. Dezember 1939

Jehovas Zeugen, Archiv Zentraleuropa

Sterbeurkunde von Karl Speckmaier vom 22. Dezember 1939

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

zurück