Franz Sperr

12. Februar 1878, Karlstadt – 23. Januar 1945
Franz Sperr

Franz Sperr

Archiv des Instituts für Zeitgeschichte ED 106/57

Der aus dem Bayerischen Heer kommende Berufsoffizier Franz Sperr wird am 27. Oktober 1918 als aktiver Soldat zur Dienststelle des bayerischen Militärbevollmächtigten in Berlin versetzt. In seiner Funktion als stellvertretender Militärbevollmächtigter gehört er auch dem Reichsrat an. 1919 wird Sperr Ministerialrat in der Bayerischen Gesandtschaft in Berlin und scheidet aus dem aktiven Militärdienst aus.
Mit der Aufhebung der deutschen Länder verliert Franz Sperr Ende 1934 sein Amt als Bayerischer Gesandter und geht einer privatwirtschaftlichen Tätigkeit nach.
In den folgenden Jahren sammelt er einen Kreis von Gleichgesinnten um sich, die in Bayern die Ablösung der Nationalsozialisten anstreben. Im Winter 1942 kommt Sperr durch die Vermittlung der Jesuitenpatres Alfred Delp und Augustin Rösch mit dem Kreisauer Kreis in Verbindung und lernt Helmuth James Graf von Moltke kennen. Im Juni 1944 trifft Sperr auch mit Claus Schenk Graf von Stauffenberg zusammen.
Obwohl er ein Attentat ablehnt, wird Franz Sperr nach dem gescheiterten Umsturzversuch des 20. Juli 1944 am 28. Juli festgenommen. Wegen der Nichtanzeige der Attentatsplanungen sowie der Verbindungen zum Kreis um Moltke wird er am 11. Januar 1945 vom „Volks­gerichtshof” zum Tode verurteilt und am 23. Januar 1945 in Plötzensee ermordet.

Dokumente

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Helmuth James Graf von Moltke, Eugen Gerstenmaier, Franz Sperr, Franz Reisert, Josef Ernst Fürst Fugger von Glött und Alfred Delp, 11. Januar 1945

Privatbesitz

Franz Sperr vor dem „Volksgerichtshof”, 10. Januar 1945

Gedenkstätte Deutscher Widerstand

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