Robert Stampa

16. August 1904, Bremen – 29. Oktober 1943
Robert Stampa

Robert Stampa alias Robert Dorsay

Privatbesitz

Robert Stampa kommt 1904 als einziges Kind der Sopranistin Dora und des Opernsängers Paul Stampa zur Welt und wächst in Bremen, Würzburg, Kissingen und Berlin auf. Seit Ende der 1920er Jahre steht er als Sänger, Baletttänzer und Schauspieler auf der Bühne. Ab 1934 gehört Robert Stampa alias Robert Dorsay zum Ensemble des Berliner Kabaretts der Komiker (KadeKo) am Kur­fürsten­damm und avanciert schnell zum Publikumsliebling. Er wirkt zudem in zahlreichen Filmen mit und arbeitet etwa mit Gustaf Gründgens und Zarah Leander zusammen.
Im April 1939 heiratet er die Schauspielerin Luise Mentges. Im gleichen Jahr muss er aufgrund seiner Weigerung, in die NSDAP einzutreten, seine Filmkarriere aufgeben, darf aber weiterhin auf Bühnen auftreten. 1932/33 Partei­mitglied, wurde er wegen rück­ständiger Beitrags­zahlungen ausge­schlossen.
1941 wird er zur Wehrmacht eingezogen und kommt in eine Kraft­fahrer­kompanie in Osterode/Ost­preußen. Während eines Heimaturlaubs wird im März 1943 im Keller des Deutschen Theaters ein Gestapomann auf ihn aufmerksam, als Stampa vor Kollegen Witze über Hitler erzählt. Zwei Wochen später wird ein Brief Stampas an einen Bekannten abgefangen, in dem er sich über das NS-Regime und den Krieg auslässt.
Nach seiner Festnahme wird Robert Stampa im August 1943 vom „Sonder-Standgericht für die Wehr­macht” wegen „Wehr­kraft­zersetzung” zu einer zweijährigen Zuchthausstrafe verurteilt. Das Urteil wird von OKW-Chef Wilhelm Keitel aufgehoben und Stampa vom Berliner Gericht der Wehr­macht­komman­dantur am 8. Oktober 1943 zum Tode verurteilt. Robert Stampa wird am 29. Oktober 1943 im Straf­gefängnis Berlin-Plötzen­see ermordet.

Dokumente

Robert Stampa (Dorsay) mit Margit Symo auf dem Kinoplakat zu „Es geht um mein Leben”, 1936

Privatbesitz

Sterbeurkunde von Robert Stampa vom 3. November 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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