Winzent Stefan

27. März 1904, Klein-Posenbrück (Podmokłe Małe) – 2. März 1943
Winzent Stefan

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Winzent Stefan

Bundesarchiv R 3017/39304

Winzent Stefan wird am 27. März 1904 als Sohn eines Land­wirts in Klein-Posen­brück geboren. Seit 1928 führt er den land­wirtschaft­lichen Betrieb seiner Eltern im polnischen Teichrode (Tuchorza).
Laut Urteil des „Volks­gerichtshofs” wird ihm vorgeworfen, bei einem Aufenthalt im Deutschen Reich im Auftrag der polnischen Grenz­polizei versucht zu haben, deutsche Maßnahmen zur Mobil­machung aus­zukund­schaften. Auch sein Bruder und verschiedene andere Verwandte, wie die ebenfalls in Plötzen­see ermordete Franziska Rychly, werden des „Landes­verrats” verdächtigt.
Winzent Stefan wird vom 4. Senat des „Volks­gerichtshofs” wegen „landes­verräterischer Ausspähung” am 17. No­vember 1942 zum Tode verurteilt und am 2. März 1943 im Straf­gefängnis Berlin-Plötzensee er­mordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Winzent Stefan

Landesarchiv Berlin A Rep. 369 Kartei

Todesurteil des „Volksgerichtshofs” gegen Winzent Stefan vom 17. November 1942

Bundesarchiv R 3017/15127

Berlin-Plötzensee, den 12.12.1942.

Winzent Stefan
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Aktenzeichen: 3 J 6/41.


An den
Herrn Führer
in Berlin


Ich Strafgefangner Winzent Stefan

Ich bitte Herrn Führer mir um Entlaßung von die Todtesstrafe.
Ich bin von Volksgerichshof in Berlin bestraf wegen Landesvarat.
Herrn Führer ich gebe mit wahrheit an, das ich habe keine gedanken nich gehab zumferaten und das was hat der Leno Pirenzki und der Brono Frazek mir selbs gesag und habe ich das wider weiter
Erzhelen, und die worte was habe ich weiter erzhelt habe ich nich gedacht das ich werden was schlimmest tun sollten, und meine gedänke sind daß am größten schuld haben die jenier was haben mir selbst Erzhelt. Und ich habe kein mensch nich gefrag wegen Bevestigunganlage und wegen Waffngatung. Und daß was

was hat unse Vamilie mit Vamile Richli zusamen schlümest getan das habe ich daß damaltzt nich gewust weil wir haben nich zusamen gesprohen. und gab ich auch an. daß mein aussicht war immer Deutschfreuntich und ich bin mit Volksdeutschen immer gut zusamen gelebt und immer zusamen gearbeit.
Und mein Vater hat auch 4 Jahr Weldkrieg mit gemacht altzt deutscher Ofizier. Und meinen alle Verwanten und meine Frau verwanten alle tun jetzt in diese Kriege alle kämpfen auf seite Deutschland.
In diese gründe bitte ich noch mal mit ganzem Herz Herrn Führer um entlasßung mir von die Todtesstrafe.
Ich zihe sich das meine Seele ist in diese sahe nich Schuld. Und wen sollte ich bestraf sein da bitte ich Herrn Führer um einander Strafe.
Winzent Stefan.

Gnadengesuch von Winzent Stefan an Adolf Hitler vom 12. Dezember 1942

Bundesarchiv R 3017/39304

Stellungnahmen zum Gnadengesuch von Winzent Stefan

Bundesarchiv R 3017/39304

Unterlagen zur Vollstreckung des Todesurteils an Winzent Stefan

Bundesarchiv R 3017/39304

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