Richard Šteffan

19. April 1900, Markt Türnau (Městečko Trnávka) – 16. Juni 1943
Richard Šteffan stammt aus einer deutsch-tsche­chischen Familie in Markt Türnau (Městečko Trnávka) in den Sudeten, seit der Gründung der Tschecho­slowakei ist er tschecho­slowa­kischer Staats­bürger. Nach einigen Semester Rechts­wissen­schaften in Prag ist er in Olmütz (Olomouc) in einem Bank­haus und als Vertreter tätig, zuletzt arbeitet er als technischer Privat­beamter in der Schoko­laden­fabrik in Rohatetz (Rohatec).
Im August 1936 lässt er sich von einem Bekannten in Ziegen­hals/Ober­schlesien (Głuchołazy) für den deutschen Nach­richten­dienst anwerben, beschließt aber bereits auf der Rück­fahrt, die Aufträge nicht auszu­führen und zeigt den Bekannten bei einem ihm bekannten tsche­chischen Polizei­inspektor an, um die eigene Straf­freiheit wieder­herzu­stellen. Der Fahr­lehrer Hans Tögel wird vom tsche­chischen Kreis­gericht in Brno 1937 zu 10 Jahren Kerker verur­teilt, Richard Šteffan tritt im Prozess als Zeuge auf.
Nach der Annexion der Sudeten und der Beset­zung der böhmischen Länder durch die Wehr­macht wird Richard Šteffan am 1. April 1939 festge­nommen und am 6. März 1942 vom 1. Senat des „Volks­gerichts­hofs” wegen „Landes­verrats” zum Tode verurteilt. Er wird am 16. Juni 1943 im Strafge­fängnis Berlin-Plötzen­see ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Richard Šteffan

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Urteil des „Volks­gerichts­hofs” gegen Richard Šteffan vom 6. März 1943

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-78-8

Brief von Richard Šteffan an seine Lebensgefährtin vom 9. März 1943

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-78-8

Sterbeurkunde von Richard Šteffan vom 17. Juni 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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