Hermann Steigleiter

20. Februar 1917, Speyer – 6. November 1940
Hermann Steigleiter

Haftfoto von Hermann Steigleiter

Bundesarchiv R 3017/7008

Nach dem Besuch der Volks­schule in Speyer und der Schiffer­schule in Straß­burg arbeitet Hermann Steig­leiter als Matrose auf Rhein­schiffen. Im Juni 1933 flüchten er und seine Familie nach Frank­reich, weil Her­manns Stief­vater in Deutsch­land als Kommu­nist ver­folgt wird.
Hermann Steig­leiter bemüht sich im Mai 1936 im Straß­burger Hafen­amt um eine Beschei­nigung für den Grenz­über­tritt nach Deutsch­land und kommt mit einem franzö­sischen Offizier in Kontakt, für den er fortan Spionage­tätig­keiten über­nimmt.
Der Matrose wird am 25. Oktober 1938 zusam­men mit seinem Stief­bruder Hugo und dessen Groß­cousin festge­nom­men. Der 3. Senat des „Volks­gerichts­hofs“ verur­teilt Hermann und Hugo Steig­leiter am 19. März 1940 wegen „Vorbe­reitung eines hoch­verräte­rischen Unter­nehmens und Landes­verrats“ zum Tode.
Hermann Steig­leiter wird am 6. Novem­ber 1940 in der Strafan­stalt Berlin-Plötzen­see ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Hermann Steigleiter

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Urteil des „Volks­gerichts­hofs“ gegen Hermann, Hugo und Josef Steigleiter, 19. März 1940

Bundesarchiv R 3018/10752

Hermann Steigleiter
Berlin-Plötzensee, den 18.9.1940


An den Oberreichsanwalt beim Volksgerichthof in Berlin.

Hoher Herr!
Ich, der Strafgefangene Steigleiter Hermann, z. Z. in der Strafanstalt Berlin-Plötzensee, weitere Personalien sind bekannt, möchte gerne wissen, ob und wann eine Wiederaufnahme des Verfahrens in meiner Strafsache in Frage kommt.
Ich der Obengenannte, wurde am 19.3.1940 im Volksgerichtshof wegen Landesverrat zum Tode verurteilt. Jedoch habe ich ein Gnadengesuch schon eingereicht, aber bis zum heutigen Tage noch keinen Bescheid über meinen Fall erhalten. Daher bitte ich Sie hoher Herr Oberreichsanwalt, dass Sie sich meiner Sache mal annehmen möchten. In meinem Gnadengesuch habe ich schon erwähnt wie und weshalb ich dazu kam solch ein Vergehen zu verüben. Ich bereue aufrichtig mein Tun und bitte Sie höflichst darum, lassen Sie nochmal Gnade vor Recht walten und nehmen Sie bitte die schwere Strafe von mir. Lassen Sie mich arbeiten schwer arbeiten, denn mit meiner Händearbeit möchte ich das geschehene wieder gut machen.

In Ihren Händen liegt mein Schicksal, in meinem vergangnen Leben da wusste ich nicht was das bedeutet einen Vater zu besitzen. Erst musste dieses in mein Leben treten bevor wir uns fanden. In seinem Namen bitte ich Sie, wenden Sie das Schwere von mir ab. Er der in dieser schweren Zeit immer auf seinem Pfosten stand, liegt jetzt Krank zu Hause und ich sein einzigstes Kind bin hier und muss für mein Tun büssen, Daher bitte ich Sie hoher Herr, machen meinem Vater diese eine Freude und erfüllen Sie Seinen und meinen Wunsch, denn dann will ich als ein Deutscher während meiner Strafhaft und dann im weiteren Leben meine Arbeit und Pflicht als Mensch stets und treu erfüllen. Ich hoffe auf Ihre Gnade.

Hochachtungsvoll
Hermann Steigleiter

Gnadengesuch von Hermann Steigleiter, 18. September 1940

Bundesarchiv R 3018/10752

Sterbeurkunde von Hermann Steigleiter vom 6. November 1940

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

Plakat zur Bekanntmachung der Hinrichtung von Hermann und Hugo Steigleiter, 6. November 1940

Bundesarchiv R 3017/7009

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