Hermann Steigleiter
Hermann Steigleiter bemüht sich im Mai 1936 im Straßburger Hafenamt um eine Bescheinigung für den Grenzübertritt nach Deutschland und kommt mit einem französischen Offizier in Kontakt, für den er fortan Spionagetätigkeiten übernimmt.
Der Matrose wird am 25. Oktober 1938 zusammen mit seinem Stiefbruder Hugo und dessen Großcousin festge­nommen. Der 3. Senat des „Volksgerichtshofs“ verurteilt Hermann und Hugo Steigleiter am 19. März 1940 wegen „Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens und Landesverrats“ zum Tode.
Hermann Steigleiter wird am 6. November 1940 in der Strafanstalt Berlin-Plötzensee ermordet.
Dokumente
Gefangenenkarte von Hermann Steigleiter
Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei
Urteil des „Volksgerichtshofs“ gegen Hermann, Hugo und Josef Steigleiter, 19. März 1940
Bundesarchiv R 3018/10752
Berlin-Plötzensee, den 18.9.1940
An den Oberreichsanwalt beim Volksgerichthof in Berlin.
Hoher Herr!
Ich, der Strafgefangene Steigleiter Hermann, z. Z. in der Strafanstalt Berlin-Plötzensee, weitere Personalien sind bekannt, möchte gerne wissen, ob und wann eine Wiederaufnahme des Verfahrens in meiner Strafsache in Frage kommt.
Ich der Obengenannte, wurde am 19.3.1940 im Volksgerichtshof wegen Landesverrat zum Tode verurteilt. Jedoch habe ich ein Gnadengesuch schon eingereicht, aber bis zum heutigen Tage noch keinen Bescheid über meinen Fall erhalten. Daher bitte ich Sie hoher Herr Oberreichsanwalt, dass Sie sich meiner Sache mal annehmen möchten. In meinem Gnadengesuch habe ich schon erwähnt wie und weshalb ich dazu kam solch ein Vergehen zu verüben. Ich bereue aufrichtig mein Tun und bitte Sie höflichst darum, lassen Sie nochmal Gnade vor Recht walten und nehmen Sie bitte die schwere Strafe von mir. Lassen Sie mich arbeiten schwer arbeiten, denn mit meiner Händearbeit möchte ich das geschehene wieder gut machen.
In Ihren Händen liegt mein Schicksal, in meinem vergangnen Leben da wusste ich nicht was das bedeutet einen Vater zu besitzen. Erst musste dieses in mein Leben treten bevor wir uns fanden. In seinem Namen bitte ich Sie, wenden Sie das Schwere von mir ab. Er der in dieser schweren Zeit immer auf seinem Pfosten stand, liegt jetzt Krank zu Hause und ich sein einzigstes Kind bin hier und muss für mein Tun büssen, Daher bitte ich Sie hoher Herr, machen meinem Vater diese eine Freude und erfüllen Sie Seinen und meinen Wunsch, denn dann will ich als ein Deutscher während meiner Strafhaft und dann im weiteren Leben meine Arbeit und Pflicht als Mensch stets und treu erfüllen. Ich hoffe auf Ihre Gnade.
Hochachtungsvoll
Hermann Steigleiter
Gnadengesuch von Hermann Steigleiter, 18. September 1940
Bundesarchiv R 3018/10752
Sterbeurkunde von Hermann Steigleiter vom 6. November 1940
Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung
Plakat zur Bekanntmachung der Hinrichtung von Hermann und Hugo Steigleiter, 6. November 1940
Bundesarchiv R 3017/7009



























































