Gerhard Steinacher

21. September 1920, Wien – 30. März 1940
Gerhard Steinacher

Gerhard Steinacher

Verein Lila Winkel, Österreich

Gerhard Steinacher absolviert nach dem Besuch der Volksschule eine kaufmännische Ausbildung. Er schließt sich der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas an und tritt 1938 aus der katholischen Kirche aus.
Als er nach dem deutschen Überfall auf Polen zur Wehr­macht eingezogen wird, verweigert er den Dienst an der Waffe. Nach der bereits am 26. August 1939 in Kraft getretenen „Kriegssonderstrafrechts­verordnung” wird die Ver­weigerung des Wehrdienstes als „Zersetzung der Wehrkraft” geahndet und kann mit dem Tode bestraft werden.
Gerhard Steinacher wird am 15. September 1939 fest­genommen, zunächst in Wien inhaftiert und schließlich nach Berlin überstellt. Am 26. September erhebt der Oberreichskriegsanwalt Anklage gegen ihn. Am 11. November findet der Prozess vor dem Reichs­kriegsgericht statt, in dem er zum Tode verurteilt wird. Die Vollstreckung des Urteils wird zunächst ausgesetzt.
Nachdem sein Gnadengesuch abgelehnt und das Urteil bestätigt worden ist, wird Gerhard Steinacher am 30. März 1940 im Strafgefängnis Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Gerhard Steinacher

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Abschrift des Abschiedsbriefes von Gerhard Steinacher an seine Eltern, 29. März 1940

Verein Lila Winkel, Österreich

Sterbeurkunde von Gerhard Steinacher vom 30. März 1940

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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