Engelbert Steiner

2. Mai 1904, Übersee/Kreis Traunstein – 8. September 1943
Engelbert Steiner, der als Schrankenwärter bei der Reichsbahn arbeitet, gehört zwischen 1930 und 1933 der KPD an und leitet die Ortsgruppe im oberbay­rischen Übersee. Im März 1933 wird er für einige Wochen in „Schutzhaft” genommen.
Am 11. April 1942 wird Engelbert Steiner erneut festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, ausländische Sender abgehört sowie „kommunistische Mundpro­paganda getrieben” zu haben. So soll er sich gegenüber einem jüngeren Kollegen abfällig über den National­sozialismus geäußert, zur Sabotage aufgerufen und einen baldigen kommunistischen Umsturz oder eine bevor­stehende Befreiung durch sowjetischen Truppen voraus­gesagt haben.
Engelbert Steiner wird am 20. Juli 1943 vom 6. Senat des „Volksgerichtshofs” wegen „landesverräterischer Begüns­tigung des Feindes in Verbindung mit Vorbereitung zum Hochverrat” zum Tode verurteilt. Er wird während der sogenannten Blutnächte am 8. September 1943 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Engelbert Steiner

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Anklageschrift gegen Engelbert Steiner vom 13. Juli 1942

Bundesarchiv R 3017/35087

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Engelbert Steiner vom 20. Juli 1943

Bundesarchiv R 3017/35087

Sterbeurkunde von Engelbert Steiner vom 14. September 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

Bericht über die vom 7. bis 10. September 1943 im Strafgefängnis Plötzensee vollstreckten Todesurteile, 17. September 1943

Bundesarchiv R 3001/25019

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