Antonín Stibůrek

2. September 1920, Prag – 9. Juni 1944
Der aus Prag stammende Arbeiter Antonín Stibůrek kommt 1940 als „Zivil­arbeiter” nach Leipzig und dann nach Berlin. Die letzte Arbeit in einer Meiereizentrale sagt ihm nicht zu, die selbst organisierte Arbeit in einer Scho­koladenfabrik muss er wegen fehlender Arbeitspa­piere wieder aufge­ben und arbeitet dann aushilfsweise in der Zentralmarkthalle.
Im Sommer 1943 wird er Teil einer Gruppe, die unter der Führung von Josef Pokorný Kofferdiebstähle an Berliner Bahnhöfen begeht und den Inhalt weiterver­äußert.
Josef Pokorný und Antonín Stibůrek werden am 1. Oktober 1943 festgenommen und am 16. Mai 1944 vom Sonder­gericht IV bei dem Land­gericht Berlin auf Basis der kurz nach Kriegs­beginn erlassenen „Volks­schädlingsverordnung” zum Tode verurteilt.
Sein Gnadengesuch wird abgelehnt und Antonín Stibůrek zusammen mit Josef Pokorný am 9. Juni 1944 im Straf­gefängnis Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte des Strafgefängnisses Plötzensee von Antonín Stibůrek

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Urteilstenor des Sondergerichts IV beim Landgericht Berlin gegen Josef Pokorný und Antonín Stibůrek vom 16. Mai 1944

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II 16767

Übersetzung eines Briefs der Eltern von Antonín Stibůrek vom 31. Mai 1944

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II 16767

Übersetzung des Abschiedsbriefs von Antonín Stibůrek an seine Eltern vom 9. Juni 1944

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II 16769

Bescheid des Strafgefängnisses Plötzensee über die Vollstreckung des Urteils gegen Antonín Stibůrek vom 9. Juni 1944

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II 16767

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