Antonín Šťovíček
Der Gendarmerieleutnant wird im Frühsommer 1939 für die Obrana Národa (ON – Verteidigung der Nation) angeworben, einer geheimen Organisation tschechoslowa­kischer Offiziere, die sich nach der Errichtung des „Protektorats Böhmen und Mähren” im Frühjahr 1939 gebildet hat und deren Mitglieder versuchen, unter deutscher Besatzung ein geheimes Heer aufzubauen. Zu diesem Zweck werden von der ON unter anderem die im „Protektorat” verbliebenen Waffen und Sprengstoffe er­fasst und politische sowie militärische Nachrichten ge­sammelt.
Šťovíček wirbt in seinem Dienstbereich zuverlässige Gendarmeriebeamte für die ON an und wird zum Leiter des Sicherheitsdienstes im Bezirk Beraun bestellt. Er er­fasst die Waffenbestände in Beraun und Neuhütten und kann aus einem Bergwerk in Neuhütten zwei Kilogramm Sprengstoff beschaffen.
Antonín Šťovíček wird im Februar 1940 festgenommen, zusammen mit vier weiteren ON-Angehörigen am 27. Ja­nuar 1943 vom 1. Senat des „Volksgerichtshofs” wegen „Vorbereitung zum Hochverrat” zum Tode verurteilt und am 7. September 1943 während der sogenannten Blutnächte im Strafgefängnis Berlin-Plötzen­see ermordet.
Dokumente
Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Antonín Šťovíček und weitere Personen vom 27. Januar 1943
Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-211-7
Sterbeurkunde von Antonín Šťovíček vom 10. September 1943
Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung
Fernschreiben des Oberreichsanwalts beim „Volksgerichtshof” zur Vollstreckung der Urteile gegen Antonín Šťovíček und weitere Verurteilte vom 14. September 1943
Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-211-13
Bericht über die vom 7. bis 10. September 1943 im Strafgefängnis Plötzensee vollstreckten Todesurteile, 17. September 1943
Bundesarchiv R 3001/25019






































