Carl Heinrich von Stülpnagel
Beim Überfall auf die Sowjetunion 1941 führt er die 17. Armee. In mehreren Befehlen fordert Stülpnagel ein scharfes Vorgehen gegen Juden, „wobei besonders die jüdischen Komsomolzen als Träger der Sabotage und Bandenbildung Jugendlicher anzusehen” seien.
Seit Mitte 1942 ist Stülpnagel Militärbefehlshaber in Frankreich und ordnet mehrfach Geiselerschießungen an, bevor die Kompetenz dafür vom Höheren SS- und Polizeiführer in Frankreich übernommen wird. Stülpnagel wendet sich mehrfach gegen dessen brutale Repressalien und findet schließlich in Hans Speidel einen Vertrauensmann, der die Verbindung zu den Berliner Umsturzvorbereitungen herstellt.
Am 20. Juli 1944 versucht Carl Heinrich von Stülpnagel, Generalfeldmarschall Günther von Kluge zur Teilnahme am Umsturzversuch zu bewegen. Zudem ordnet er die Festsetzung der SS- und Gestapo-Einheiten in Paris an. Tags darauf will er seinem Leben auf dem Schlachtfeld von Verdun ein Ende setzen. Dies misslingt und so wird der Schwerverletzte am 30. August 1944 vom „Volksgerichtshof” zum Tode verurteilt und am selben Tag in Plötzensee ermordet.
Dokumente
Todesurteil des „Volksgerichtshofs” gegen Carl Heinrich von Stülpnagel, Cäsar von Hofacker, Günther Smend, Karl Ernst Rahtgens, Hans-Otfried von Linstow und Eberhard Finckh, 30. August 1944
Privatbesitz
Liste der nach den Sitzungen des „Ehrenhofs des Heeres” aus der Wehrmacht Ausgestoßenen, 16. September 1944
Bundesarchiv Militärarchiv
Geliebte Frau! Ich danke Dir
für alles was Du mir in 30 Jahren
gewesen bist. Verzeihe mir, was
ich Dir angetan habe. Meine
letzten Gedanken sind bei Dir
und den Kindern.
Dein H.
Abschiedsbrief von Carl Heinrich von Stülpnagel an seine Frau Helene (Geschrieben nach Diktat), 30. August 1944
Privatbesitz
Sterbeurkunde von Carl Heinrich von Stülpnagel vom 1. September 1944
Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung
























