Kamal Syed

18. September 1900, Kabul – 14. Januar 1935
Kamal Syed, Sohn eines Arztes, besucht in Kabul die staatliche Schule, auf der insbesondere Mathematik, Physik und Chemie gelehrt werden. 1922 kommt er mit einem Stipendium des afghanischen Königshauses erst­mals nach Deutschland und studiert Schwermaschi­nenbau in Magdeburg, Ilmenau und Berlin. Nach bestan­denem Abschluss kehrt er 1927 nach Afghanistan zurück und arbeitet in einer Zementfabrik.
Im März 1928 kommt Syed erneut nach Berlin, um tech­nische Versuche über die Möglichkeit der Ver­wendung afghanischer Holzkohle in Zementfabriken durchzufüh­ren. Auf seiner Rückreise nach Afghanistan im Januar 1929 erfährt er vom Sturz des afghanischen Königs Aman Ullah. Als dessen Anhänger begibt sich Syed nach Kan­dahar, um gegen die neue Regierung zu kämpfen. Nach dem missglückten Gegenputsch flieht er nach Deutsch­land.
Am 6. Juni 1933 schießt er in der afghanischen Gesandt­schaft am Berliner Hansaplatz auf den Gesandten Sardar Mohammed Aziz Khan, den ältesten Bruder des jetzt re­gierenden afghanischen Königs Mohammed Nadir Schah.
Vom Berliner Landgericht wird er deswegen am 6. Juli 1934 zum Tode verurteilt. Nach längeren diplomatischen Aus­einandersetzungen über seine Auslieferung nach Afghanistan wird er am 14. Januar 1935 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Kamal Syed

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Urteil des Schwurgerichts I in Berlin gegen Kamal Syed vom 6. Juli 1934

Landesarchiv Berlin A Rep 358-02, Nr. 1606

Protokoll der Verkündung des Todesurteils, 13. Januar 1935

Landesarchiv Berlin C Rep. 375-01-11, Nr. 5313A.01

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