August Wickschrat

16. Juni 1901, Inglauden/Pillkallen (Pobedino) – 7. September 1943
August Wickschrat

Polizeiaufnahme von August Wickschrat

Bundesarchiv R 3018/3609

August Wickschrat ist landwirtschaftlicher Arbeiter und arbeitet zeitweise in den Krupp-Werken in Essen. Ende 1918 kehrt er nach Ostpreußen zurück und gehört ein Jahr dem deutschen Grenzschutz an. Anschließend ist er als Bau- und Landarbeiter tätig. Wickschrat bewirtschaft­et ein Pachtgrundstück, welches am Ostfluss liegt. Dieser Fluss bildet die Grenze zwischen Deutschland und Litauen. 1937 tritt Wickschrat der NSDAP bei, im Sommer 1939 wird er zur Wehrmacht eingezogen und nach Beendigung der Kampfhandlungen gegen Polen im April 1940 ordnungsgemäß von seinem Truppenteil entlassen. Er arbeitet fortan beim Forstamt Waldlinden, Kreis Schlossberg (bis 1938 Pillkallen).
Im Herbst 1938 nimmt der litauische Nachrichtendienst Kontakt zu August Wickschrat auf und erteilt ihm den Auftrag, über militärische Angelegenheiten (Truppenteile, Truppenstärke, Kasernen) in Grenznähe zu berichten. Auch sein Bruder Fritz wird für eine Zuammenarbeit mit dem litauischen Geheimdienst angeworben. Nach der sowjetischen Besetzung Litauens arbeiten beide noch kurze Zeit für den sowjetischen Nachrichtendienst, bis die Verbindung im September 1940 abbricht.
Im April 1942 werden die Brüder festgenommen. Sie werden am 8. Juli 1943 vom 4. Senat des „Volksgerichts­hofs“ wegen „Landesverrats“ zum Tode verurteilt. August und Fritz Wickschrat werden am 7. September 1943 während der sogenannten Blutnächte im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von August Wickschrat

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Anklageschrift des „Volksgerichtshofs” gegen August und Fritz Wickschrat vom 25. Mai 1943

Bundesarchiv R 3017/35966

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen August und Fritz Wickschrat, 8. Juli 1943

Bundesarchiv R 3017/35966

Sterbeurkunde von August Wickschrat vom 9. September 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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